Methan-Emissionen: Zahlen und Fakten

Hautpbestandteil von Erdgas ist Methan (CH4), ein farb- und geruchloses Gas. Dieses entsteht, wenn organisches Material unter Luftabschluss abgebaut wird. So kann Methan unter anderem in der Landwirtschaft, bei der Abfall- und Abwasserbehandlung oder bei der Gewinnung, Förderung und Verteilung von Brennstoffen entweichen und in die Erdatmosphäre gelangen.

Wie trägt Methan zur Erderwärmung bei?

Als hochwirksames Treibhausgas oxidiert Methan in der Erdatmosphäre zu Kohlenstoffmonoxid und schließlich zu Kohlenstoffdioxid. Mit einem globalen Erwärmungspotenzial (GWP über 100 Jahre) von 25 ist Methan ein deutlich stärkeres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid. Dadurch trägt es zur Erderwärmung bei.

Was sind CO2-Äquivalente?

Neben dem wichtigsten vom Menschen verursachten Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gibt es weitere, wie z. B. Lachgas oder Methan, die in unterschiedlichem Maße zum Treibhauseffekt beitragen und über verschieden lange Zeiträume in der Atmosphäre verbleiben. Um deren Klimawirkung zu vereinheitlichen, werden die Treibhausgase entsprechend ihrem globalen Erwärmungspotenzial in CO2-Äquivalente umgerechnet.

Methan-Emissionen sinken seit Jahren kontinuierlich

Um der Erderwärmung entgegenzuwirken, hat die Weltgemeinschaft bereits im Rahmen des Kyoto-Protokolls eine erste internationale Vereinbarung zur Senkung der Methan-Emissionen getroffen. Im Zuge dessen ging der Anteil des Methanausstoßes an den gesamten Treibhausgas-Emissionen allein in der EU zwischen 1990 und 2018 um 38 Prozent auf 451 Kt CO2eq zurück5. Dabei haben sich die Methan-Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette von Erdgas entstehen, EU-weit zwischen 1990 und 2018 um 58 Prozent reduziert1, obwohl der Gasverbrauch im gleichen Zeitraum um ein Viertel zugenommen hat und auch die Länge des Gasnetzes deutlich angestiegen ist. Der Methananteil am Gesamtausstoß klimaschädlicher Gase lag in der EU im Jahr 2018 bei rund 10 Prozent (CO2-Äquivalente)1.

Ebenso wurden in Deutschland große Fortschritte erzielt, denn die gesamten Methan-Emissionen wurden laut Umweltbundesamt hierzulande zwischen 1990 und 2018 um ca. 55 Prozent reduziert2.

Methananteil am deutschen Treibhausgas-Ausstoß

Auch die deutsche Gasindustrie hat zum Rückgang des Methanausstoßes beigetragen. Zwischen 1990 und 2018 haben sich die Methan-Emissionen der deutschen Gas-Branche um 40 Prozent verringert1. Während Methan-Emissionen früher oft durch Undichtigkeiten und Wartungsarbeiten bei den damals gebräuchlichen Gussrohren entstanden, hat sich dieses Problem durch die großflächige Umstellung auf Stahl- und Kunststoffrohre in der Verteilung beinahe erübrigt.

So hat sich die Zahl meldepflichtiger Ereignisse in Form von ungewollten Gasfreisetzungen an allen Gasleitungen in den letzten zwei Jahrzehnten um den Faktor zehn verringert3. Unter anderem durch diese Fortschritte liegt der Anteil von Methan-Emissionen in CO2-Äquivalenten am deutschen Treibhausgasausstoß seit 2010 auf einem sehr niedrigen Niveau von knapp 6 Prozent1.

Verursacher von Methan-Emissionen

Etwa 50 bis 60 Prozent des weltweit freigesetzten Methans stammen aus anthropogenen Quellen4. Auch in Deutschland wird der überwiegende Teil der Methan-Emissionen durch die Landwirtschaft freigesetzt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes emittierte allein dieser Wirtschaftszweig im Jahr 2018 etwa 32,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente Methan. Weitere 8,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente Methan-Emissionen wurden bei der Abfall- und Abwasserbehandlung emittiert. Auch die Energiewirtschaft verursachte in Deutschland den Ausstoß von 2,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten Methan-Emissionen, hinzu kamen knapp 6,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente diffuser Methan-Emissionen aus Brennstoffen2.

Und auch EU-weit ist nur ein geringer Teil der Methan-Emissionen energiebedingt. So liegt etwa der Anteil der durch Gasaktivitäten verursachten Methan-Emissionen am gesamten Methanausstoß der EU bei knapp 6 Prozent1. Diese Menge entspricht etwa 0,7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU1.

Vom Menschen verursachte Emissionsquellen

Anthropogene Methan-Emissionen nach Quellen 2020

Rundungsbedingt entspricht die Summe aller Zahlenangaben nicht 100 Prozent. Die Methan-Emissionen der Gaswirtschaft sind anteilig sowohl im Bereich "Energiewirtschaft" als auch im Bereich "Diffuse Emissionen aus Brennstoffen" dargestellt. Quelle: eigene Berechnung auf Basis von UBA (2020)

Was ist der GWP-Wert?

GWP steht für global warming potential. Der GWP-Wert definiert das relative Treibhauspotenzial einer Substanz in Bezug auf das CO2-Äquivalent. Der Wert beschreibt die Wirkung der mittleren Erderwärmung, meist über einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet.

Quellenangaben
1 European Commission, DG Climate Action, European Environment Agency (2020): Annual European Union greenhouse gas inventory1990–2018 and inventory report 2020.

2 Umweltbundesamt (2020). Methan-Emissionen.

3 Lange, R., Schmidinger, J., Schwigon, A., & Steiner, M. (2019). Bestands- und Ereignisdatenerfassung Gas. Ergebnisse aus den Jahren 2011 bis 2017. In: DVGW energie | wasser – praxis Nr. 06/2019.

IPCC, 2013: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Stocker, T.F., D. Qin, G.-K. Plattner, M. Tignor, S.K. Allen, J. Boschung, A. Nauels, Y. Xia, V. Bex and P.M. Midgley (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, 1535 pp.

5 EEA greenhouse gas - data viewer.