Wege zum klimaneutralen Energiesystem

Deutschland will bis 2050 klimaneutral sein. Dafür muss das gesamte Energiesystem umgestaltet und effizienter werden.

Energiesystem der Zukunft

Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern und womöglich große ökologische und ökonomische Folgen mit sich bringen. Auf der COP21 in Paris 2015 entstand daher ein einzigartiges Klimaschutzabkommen, das u. a. vorsieht, ab 2050 nicht mehr Treibhausgase auszustoßen, als von natürlichen Kohlenstoffsenken wie Wäldern und Ozeanen aufgenommen werden können. In 2016 wurde das Abkommen unterzeichnet. Seither gilt es, die globale Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Temperaturniveau zu begrenzen. Alle Staaten sind gefordert – so auch Deutschland.

CO2-Minderung muss schneller vorangehen

Seit 1990 konnte der CO2-Ausstoß der deutschen Energiewirtschaft um fast 53 Prozent gesenkt werden (Quelle: UBA, 2021). Ein großer Erfolg, der vor allem auf den Ausbau der Erneuerbaren sowie auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen ist. Doch um das Klima zu schützen, muss die CO2-Minderung schneller vorangehen – und das nicht nur in der Energieversorgung. Auch andere Sektoren mit großem Einsparpotenzial sind gefragt: vor allem der Verkehr, die Industrie und der Gebäudemarkt.

Daraufhin traten in Deutschland mit dem Energiekonzept 2050 umfassende Gesetze zur Energiewende in Kraft. Die in erster Linie darauf abzielen, die deutschen CO2-Emissionen zu reduzieren.

Status Quo: Reduktion von CO2-Emissionen

Treibhausgas-Emissionen in Deutschland unterteilt nach Sektoren

Wichtigstes Ziel ist die Reduktion von CO2

Bei der Debatte um die Gestaltung der Energiewende gerät gelegentlich aus dem Blick, was eigentlich das oberste Ziel dieses Prozesses ist: die Dekarbonisierung der Gesellschaft. Nur mit einer drastischen Minderung der Treibhausgas-Emissionen lassen sich die deutschen Klimaschutz-Verpflichtungen einhalten.

Dabei ist es wichtig, CO2-intensive durch CO2-arme oder -freie Technologien zu ersetzen. Windräder statt Kohlekraftwerke, effiziente Gas-Brennwertkessel statt Ölheizungen, CNG- und Elektroautos statt Benziner oder Diesel-Fahrzeuge – Maßnahmen wie diese sind unverzichtbar im Kampf gegen den Klimawandel.

Doch für eine erfolgreiche Energiewende und die Reduktion der Emissionen braucht es mehr: einen Systemwandel, der die Wechselwirkungen bei Erzeugung, Transport, Speicherung und Verbrauch von Energie berücksichtigt. Und der zugleich die Chancen, die in einer Koppelung der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie liegen, nutzt.