Gasförderung auf dem Land
Fossile Brennstoffe wurden früher einfach dort gefördert, wo man sie gefunden hat und wo man die vorhandenen Fördertechniken einsetzen konnte. Das fand naturgemäß auf dem Festland statt. Mit dem Aufkommen der Förderung von unterseeischem Gas und Öl prägte man mit den Begriffen "offshore" und folgerichtig "onshore" als Anglizismen, die auch heute gebräuchlichen Bezeichnungen für den Standort einer Förderplattform oder Förderturmes.
Onshore
Onshore wird heutzutage in Deutschland das Vorkommen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit nennenswerter Größe ausgebeutet, die meist in Tiefen von 3000m-5000m liegen. Die unter anderem hieraus geförderte Menge von insgesamt ca. 20 Milliarden Kubikmetern pro Jahr (onshore + offshore) ordnet Deutschland auf Platz 28 weltweit ein.
Bohrungen
Bohrungen werden in immer tieferen Schichten vorgenommen, um neues Gas- oder Ölvorkommen zu erschließen. Folgerichtig werden auch die Bohrtechniken laufend verbessert und verfeinert. Onshore zu arbeiten, bedeutet auch, dass im Idealfall rund um das förderungsfähige Vorkommen genug Platz vorhanden ist, um Anschlüsse an Pipelines zu schaffen und somit für effizienten Transport des Energieträgers Gas zu sorgen.
Aufgrund der hohen Preise für Bohrungen (typischerweise 7-12 Mio Euro pro Bohrung) versucht man hier möglichst innovativ zu arbeiten. Unter anderem werden auch von einem Bohrturm mehrere Felder angebohrt und gefördert, da Bohrungen auch schräg oder ab einer gewissen Tiefe auch waagerecht gelenkt werden können. Auch werden unterseeische Vorkommen, die nah genug an der Küste liegen (wie zum Beispiel in Friedrichskoog) vom Lande aus erschlossen. Seit 2000 führt dort eine 8 km lange unterseeische Leitung in ein Gasfeld, was früher nur offshore zu erschliessen gewesen wäre. Heutzutage lässt es sich aber mit aktueller Technik auch "wie onshore" erschließen.