Nabucco – Erdgasversorgung weltweit
Die Nabucco-Pipeline ist die neue Brücke vom gasreichen Asien zum gaskonsumierenden Europa. Dieses Projekt wird zum Teil auch als „Flaggschiff im südlichen Korridor“ bezeichnet, da es die weltweit reichsten Gas-Regionen der Welt miteinander in Verbindung bringen wird. Die Pipeline selbst soll die Europäische Union mit den Erdgasvorkommen am kaspischen (eventuell auch mit den ägyptischen, iranischen und irakischen) Meer verbinden. Im EU-Programm Energiesicherung und Transeuropäische Netze findet sich die Pipeline unter den fünf wichtigsten Projekten beim Ausbau des zukünftigen europäischen Energieleitungsnetzes.
Verlauf der Nabucco-Pipeline
Die Nabucco-Pipeline wird die Türkei mit seiner Ostgrenze verbinden. Sie führt letztlich über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Baumgarten in Österreich, wo einer der wichtigsten Knotenpunkte für Erdgas im gesamten Mitteleuropa liegt. Nach ihrer Fertigstellung soll die Nabucco-Pipeline 3.300 km umfassen und eine Kapazität von 30 Milliarden Kubikmeter garantieren. Der Bau der Nabucco-Pipeline wurde 2009 in Ankara während einer Regierungskonferenz durch ein Abkommen geregelt. Der Name für die Pipeline entstand beim ersten Treffen des Bau-Konsortiums: nach dem gemeinsamen Besuch der Verdi-Oper „Nabucco“ hat man beim Abendessen das Projekt mit der Namensgebung begründet. Die Anwesenden entschieden sich für den Namen „Nabucco“.
Potenzial der Zukunft?
Die Nabucco-Pipeline wird Mittel-und Westeuropa für die nächsten Jahrzehnte ausreichend mit Erdgas versorgen können. Um einer eventuellen Energieverknappung zuvor zu kommen und um die Versorgungssicherheit und Gasversorgung herzustellen, wird diese wichtige Pipeline ab 2011 gebaut und soll bis 2015 fertiggestellt werden. Das Konzept sieht eine Pipeline Länge von 3.300 Kilometer vor, die auf 4.000 Kilometer erweitert werden kann. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 8 Milliarden Euro. Durch die Türkei führen 2.730 km, Bulgarien 412 km, Rumänien 469 km, Ungarn 384 km und Österreich 47 km.
Die Finanzierungsstrategie für Nabucco sieht vor, das benötigte Kapital zu 30% mit Aktien und 70% mit Fremdfinanzierungen aufzubringen. Das Aktienkapital bringen die sechs Nabucco Haupt-Aktionäre auf. Dazu zählen RWE (Deutschland), MOL (Ungarn), OMV (Österreich), Bulgargaz (Bulgarien), Botas (Türkei) und Transgaz (Rumänien). Nabucco wird erfreulicherweise rund 7.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Über 250.000 Rohrstücke und über zwei Millionen Tonnen gefertigter Stahl, zusammen mit zahlreichen Komponenten und Spezialausrüstungen, werden wohl beim Bau zum Einsatz kommen. Für alle beteiligten Länder zählt Nabucco zum größten europäischen Infrastrukturprojekt.