Kondenswasser – Entstehung und Entsorgung
Kondenswasser entsteht bei jeglicher Verbrennung von Erdgas, so auch in privat genutzten Heizungsanlagen. Kondenswasser ist eine Wasserdampfmenge, die pro kWh ca. 0.16 Liter ausmacht und einer Menge von ca. 1,6 Liter Kondenswasser pro Kubikmeter verbrauchten Gases entspricht. Wenn die Heizungsanlage und die Brennwerte gut eingestellt sind, werden diese Werte zwar selten erreicht, dennoch fallen bei einem Einfamilienhaus, das mit Erdgas beheizt wird, im Durchschnitt 0,06 Liter Kondenswasser an. Hier spielt auch die Größe und die vorhandene Wärmedämmung des Hauses eine entscheidende Rolle. 7 - 12 Liter Kondenswasser können durchschnittlich pro Tag anfallen, somit ungefähr 1500 - 3000 Liter in nur einer Heizperiode. Diese Menge an Kondenswasser muss jedoch abgeleitet werden, und dabei empfiehlt sich ein direkter Anschluss an die Hauskanalisation.
Achtung vor Übersäuerung!
Besonders bei Niedertemperaturleistungs-Geräten, die nur den Heizwert des Brennstoffs ausnutzen, fällt eine große Menge an Kondenswasser an, welches stark säurehaltig ist. In diesem Fall muss extrem darauf geachtet werden, aus welchem Material die Abflussrohre gefertigt sind. Aber auch das Kondensat aus Gas-Brennwertheizgeräten weißt einen pH-Wert von 3,7 - 4,5 auf und ist somit chemisch gesehen ebenfalls sauer. Im Gegensatz zu Öl-Brennwertgeräten hat ein Gas-Brennwertgerät jedoch wesentlich weniger Säuremengen, welche durch die im Haushalt anfallenden Abwässer nochmal stark verdünnt und durch den basischen Charakter der Haushaltsabwässer auch noch neutralisiert werden.
Entsorgung
In einem normalen Haushalt, der weniger als 25 kW an Kondenswasser erzeugt, kann dieses nach derzeitiger Empfehlung der Abwassertechnischen Vereinigung (ATV) ohne eine Neutralisationseinrichtung in die Hausentwässerung abgeleitet werden, was man durch einen eingebauten Siphon erreicht. Bei höheren Kondensatwerten muss eine Neutralisation der sauren Kondensate unter Zugabe von Granulaten auf Kalkbasis erfolgen.