Gaszähler und Zählerstandabfrage
Ein Gaszähler wird in der Versorgungswirtschaft zur Ermittlung des Gasverbrauchs eingesetzt. Angezeigt wird der Kubikmeter im Betriebszustand. Zur Abrechnung wird dieser in den Normalkubikmeter umgerechnet. Dieser ist die Einheit für die Gasmenge, welche ein Gasvolumen von einem Kubikmeter unter festgelegten Bedingungen beschreibt. Diese Normbedingungen sind in der DIN 1343 bzw in der ISO 2533 festgesetzt. Gaszähler werden im geschäftlichen Verkehr eingesetzt und unterliegen hier der Eichpflicht. D.h. vom Gesetzgeber ist eine Prüfung des Gerätes auf Einhaltung der eichrechtlichen Vorschriften festgelegt.
Zählerstandabfrage
Die Abfrage der Zählerstände der Gaszähler erfolgt über Fernabfrage oder manuell durch einen Mitarbeiter des Gasversorgers. In privaten Haushalten wird häufig die manuelle Abfrage verwendet, während in der Industrie die Fernabfrage weit verbreitet ist. Der Gaszähler wird in verschiedenen Bauformen ausgeführt. Ein Balgengaszähler misst den Gasvolumenstrom durch Verdrängungsmessung. Zwei durch eine Membran voneinander getrennte Messkammern werden periodisch gefüllt und entleert. Die dadurch entstehende Membranbewegung wird auf eine Kurbelwelle übertragen, welche zwei Schieber antreibt. Diese steuern den Gasstrom, welcher somit wechselseitig durch eine Kippwaage geleitet wird. Durch eine magnetische Kupplung wird die Drehbewegung des Getriebes auf ein Zählwerk übertragen. Der Balgengaszähler wird überwiegend in Privathaushalten und in Industrieanlagen im Niederdruckbereich verwendet. Für den Hochdruckbereich und klassischer Weise in der Industrie wird der Drehkolbenzähler verwendet. Dieser misst den Gasvolumenstrom ebenfalls mittels Verdrängungsmessung. Das Messwerk besteht aus zwei ineinander greifende achtförmigen Drehkolben. Bei einer halben Umdrehung jedes einzelnen Kolbens wird jeweils ein Viertel des Reglervolumens gefüllt und entlassen. Mittels Magnetkupplung werden die Umdrehungen an das Zählwerk übermittelt, da das Messwerk baulich vom Zählwerk getrennt liegt. Weiterhin tritt der Gaszähler als Turbinenradzähler oder Ultraschallgaszähler auf. Da im Gasnetz oft ein hoher Gasdruck herrscht, ist dem Gaszähler oft ein Druckminderer vorgeschaltet. Dieser reduziert den Gasdruck auf maximal 23?25 mbar Überdruck, welcher für Hausanschlüsse vorgeschrieben ist.