Deponiegas
Als Deponiegas wird das Gas bezeichnet, welches durch den sowohl chemischen als auch bakteriologischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen von Müll entsteht. Deshalb ist Deponiegas meist auf Mülldeponien zu finden.
Deponiegas entsteht in mehreren Phasen
Zunächst wird der Luftsauerstoff aufgebraucht, es entstehen Kohlendioxid, Stickstoffe, Wasser und weitere Restprodukte. Dieser Prozess wird als aerobe Phase bezeichnet. Anschließend kommt es zur sogenannten Säuregärung, bei der Bakterien aktiv werden, die Kohlendioxid, Wasserstoff, Fettsäuren und Stickstoff produzieren und nicht von Sauerstoff abhängig sind. In dieser Form der Säuregärung sinkt der pH-Wert auf etwa 5,5 ab. Dieser Prozess stabilisiert sich schließlich, so dass methanbildende Mikroorganismen aktiv werden können. Durch den von den Mikroorganismen getätigten Abbau resultieren aus organischen Bestandteilen Methan und Kohlendioxid, wodurch der pH-Wert auf etwa 8,5 ansteigt. Abschließend entsteht darauf Deponiegas, welches wassergesättigt ist und allein aus Kohlendioxid und Methan besteht. Durch späteres Hinzukommen von Sauerstoff verändert sich das Deponiegas in seinem Gehalt und hat danach zusätzlich Bestandteile wie Stickstoff, Wasser, Schwefelwasserstoff und Thiole.
Quantität und Qualität
Die entstehende Menge an Deponiegas hängt stets von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Materialart, die Einlagerungsmenge und -zeit, der Wasserhaushalt in der Deponie, die Deponieart sowie das vorherrschende Klima. So entsteht durchschnittlich aus einer Tonne Hausmüll nach einer Lagerzeit von ca.20 Jahren in etwa 100 - 200 m³ Deponiegas.
Gefahren von Deponiegas
Das entstehende Deponiegas birgt einige Gefahren für Mensch und Natur, die beachtet werden müssen. Durch die Verbindung von Methan und Sauerstoff herrscht erhöhte Brand- aber auch Explosionsgefahr. In tieferen Gruben oder Schächten herrscht Erstickungsgefahr, da hier das Deponiegas eindringen kann und ein Luftaustausch oftmals nicht stattfindet. Bei Einatmen des Deponiegases kann es zu Vergiftungen kommen. Je nach Konzentration sind dabei unerträgliche Gerüche, Schleimhautreizungen oder gar der Tod möglich. Zuletzt sind auch die Gefahren für die Umwelt zu nennen, die in Klimaeffekten und Bodenhebung liegen können.